Eschdorflandschaft
Alte landschaft
Im Mittelalter bildete sich die charakteristische Eschdorflandschaft. Eschen sind alte Ackerkomplexe. Wälder verschwanden zugunsten von Äckern und Heidefeldern. Hier und da blieben noch kleine Wäldchen übrig. Die waren für Nutzholz für Bauernhöfe, Scheunen, Einzäunungen und Brennholz nötig. Die Heidefelder dienten vor allem als Weideland für Schafe und - in geringerem Umfang - für Rinder. Die Tiere wurden jeden Morgen auf die Heide gebracht und abends in den Stall zurückgetrieben. Der Mist aus dem Stall, vermischt mit auf der Heide gestochenen Plaggen, war nötig, um die Fruchtbarkeit der Äcker zu verbessern.
Die Heuwiesen in den Bachtälern dienten, wie der Name schon sagt, als Heulieferant. Weil kaum gedüngt wurde, waren die Grasflächen sehr nahrungsarm. Für viele Pflanzen, die heutzutage selten sind, war das eine ideale Situation. Sie holten sich die Nährstoffe oft aus dem Grundwasser, das hier und da nach oben kam. An anderen Stellen in den Auen lieβen die Bauern Jungvieh und ein paar Milchkühe grasen. Wallhecken und Ringgraben trennten die Grasflächen voneinander. So entstand eine waldarme aber baumreiche Bachtallandschaft.
Beeinträchtigungen und Wiederherstellung
Veränderungen im Landbau, wie der Gebrauch von immer gröβeren und schwereren Maschinen und die Urbarmachungen von Heide und Flugsand in groβem Maβstab, haben für Veränderungen in den Bachtälern und an den Eschen gesorgt. Maβstabvergröβerung und Entwässerung haben Teile der Landschaft drastisch verändert. Rundum den Drents-Friese Wold ist die Eschdorflandschaft noch ziemlich intakt erhalten geblieben. Um Doldersum herum und am Südrand des Parks bei Diever entlang, wird die Landschaft erhalten und verstärkt werden. Das bedeutet, dass die groβen Heidefelder des Doldersummer- und Wapserveld erhalten bleiben. Um Doldersum herum besitzt Het Drentse Landschap' prächtige Ackerkomplexe, die sich gut an das Doldersummerveld anschlieβen. Natuurmonumenten entwickelt eine natürliche Bachtallandschaft zwischen Doldersum, dem Wapserveld und dem Berkenheuvel. Um Diever herum bleibt die kleinmaβstäbliche Waldheckenlandschaft aufrechterhalten. Die Hezenes bei Diever ist noch immer als alter Ackerkomplex zu erkennen. Nach Osten hin geht dieser in eine kleinmaβstäbliche Waldheckenlandschaft mit Wäldchen, Äckern und Weideböden über.